Wasserturm in Mannheim

Regionalliga Südwest im DFB-Pokal: Wahnsinn! Viertligist Ulm wirft Pokalsieger raus

Wahnsinn in Ulm! Erstmals seit 22 Jahren hat es den Titelverteidiger bereits in der ersten Runde des DFB-Pokals erwischt. Fast auf den Tag genau drei Monate nach dem Finaltriumph im Berliner Olympiastadion gegen den FC Bayern München (3:1) kassierte Bundesligist Eintracht Frankfurt beim Südwest-Regionalligisten SSV Ulm 1846 Fußball eine 1:2 (0:1)-Pleite. Zuletzt hatte den 1. FC Kaiserslauten in der Saison 1996/1997 bei der SpVgg Greuther Fürth (0:1) das gleiche Schicksal ereilt.

Die Ulmer „Spatzen“ stehen damit erstmals seit der Saison 2001/2002 in der zweiten Runde. Damals hatte der ehemalige Bundesligist den 1. FC Nürnberg (2:1) besiegt. 18.440 Zuschauer im ausverkauften Donaustadion feierten ihre Mannschaft. Trotz des Klassenunterschieds von drei Ligen versteckte sich der SSV von Beginn an nicht. Die Mannschaft von Trainer Holger Bachthaler, der einst gemeinsam mit Julian Nagelsmann (TSG Hoffenheim) und Domenico Tedesco (FC Schalke 04) die Ausbildung zum Fußball-Lehrer absolviert hatte, setzte die favorisierten Frankfurter früh unter Druck und wäre schon fast direkt dafür belohnt worden. Den Versuch von Lennart Stoll (1.) konnte Frankfurts Torhüter Frederik Rönnow noch an die Latte lenken. Die Frankfurter kamen nach einer Viertelstunde zur ersten nennenswerten Chance. Den Versuch des serbischen Nationalspielers Mijat Gacinovic (15.) konnte Ulms Schlussmann Christian Ortag aber mit den Fäusten parieren. Der 23-jährige Torhüter stand kurz darauf erneut im Fokus und lenkte den Schuss von Jetro Willems (26.) noch um den Pfosten. Der Titelverteidiger aus Frankfurt hatte in der Folge die Ballkontrolle, fand aber kein zwingendes Mittel, um die Gastgeber in größere Bedrängnis zu bringen. Da Luka Jovic (36.) nach einer Flanke von Danny da Costa nur den Pfosten traf und ein Treffer des Serben (40.) wegen einer Abseitsposition nicht gegeben wurde, blieb es beim 0:0 zur Pause. Kurz nach dem Beginn der zweiten Halbzeit dann der Schock für Eintracht Frankfurt. Im Anschluss an einen Freistoß köpfte Ardian Modina (48.) zunächst an den Pfosten, Steffen Kienle reagierte am schnellsten und drückte den Ball aus zwei Metern zum 1:0 über die Linie. Der Titelverteidiger mühte sich um die Antwort, agierte aber beim Torabschluss zu ungenau. Nach einer Freistoßflanke köpfte Lucas Torró (65.) an den Pfosten. Jovic (74.) scheiterte alleine vor dem Tor an Torhüter Ortag. Eine Viertelstunde vor dem Ende war dann die Überraschung schon zum Greifen nah: Vitalij Lux (75.), kirgisischer Nationalspieler, war nach einem Befreiungsschlag von Luigi Campagna auf und davon und behielt vor Eintracht-Schlussmann Rönnow die Nerven: 2:0. Die Frankfurter erhöhten das Risiko, was auch Räume für den SSV bedeutete. Ein Flachschuss von Ulm-Mittelfeldspieler Marcel Schmidts (87.) ging aber knapp am Tor vorbei. Der Eintracht gelang nach einer Ecke durch den eingewechselten Goncalo Paciencia (90.) zwar noch der Anschlusstreffer, die Ulmer brachten den Überraschungserfolg aber über die Zeit. Für Ulms neuen Trainer Bachthaler war es bereits der vierte Sieg im fünften Pflichtspiel (keine Niederlage). Elversberg und Steinbach Haiger scheitern nur knapp Zwar ohne Sieg, aber dennoch äußerst positiv gingen die Partien von der SV Elversberg und dem TSV Steinbach Haiger aus. Beide verloren nur knapp. Elversberg spielte gegen den Pokalsieger von 2015, den VfL Wolfsburg. Steinbach musste gegen den FC Augsburg ran. Beide Teams nehmen nun sicherlich den Aufschwung und die positive Energie mit in die nächsten Spiele der Meisterschaft. Wormatia Worms musste sich zwar mit 1:6 gegen den SV Werder Bremen geschlagen geben, konnte jedoch trotzdem stolz auf sich und das Erreichte sein. Die Wormser spielten ein solides Spiel und werden ebenfalls Rückenwind in die kommenden Spiele der Regionalliga mitnehmen.